Raumtrenner aus Altholz 07.01.2026

An der Stelle wo früher eine gemauerte Ziegelwand stand an der die früher Hauselektrik installiert war, wünschte sich mein Bruder eine offene Fachwerkwand als Raumtrenner. Also haben wir zuerst einmal das Alzholzlager auf links gedreht und sind dabei auch fündig geworden. Die Dimensionen der einzelnen Balken wären für tragendes Fachwerk etwas schwach, doch da es hier nicht galt irgendwelche Lasten abzufangen waren die Balken sehr gut geeignet.

Eine weitere Schwierigkeit ergab sich dadurch, dass die Balken teilweise handbehauen sind bzw. noch Baumkanten aufweisen. Das sieht am Ende zwar deutlich besser aus, aber das Anreißen und das Ausarbeiten der Zapfen und Zapfenlöcher wird auch wesentlich komplizierter. Wie bei jeder Fachwerkkonstruktion werden auch hier alle vertikalen Wände zuerst einmal in die horizontale Ebene projiziert. Das heißt in unserem Fall haben wir die Balken, nachdem sie grob abgelängt wurden, so aufeinandergelegt wie sie später auch in der Wand positioniert wären, würde man diese auf die Seite legen.

An der Stelle gab es eben auch schon die erste Herausforderung zu meistern, die man bei einem kompletten Fachwerkneubau nicht hat, denn alte Häuser sind meist schief. In unserem Fall mussten wir die Ständer zur Schwelle und zum Rähm also in einem entsprechenden Winkel ausrichten. Hinzu kam das Problem, dass die Trennwand später auch im Haus mit vorhandener Decke aufbaubar sein muss, dazu aber später noch mehr. Auf jeden Fall haben wir hier lieber drei Mal gemessen und ich bin oft zwischen Abbundplatz und späterem Einbauort hin und her gewandert.

Der Trick ist es nun, diese ganze liegende Wand ins Wasser zu bringen, damit man später alle nötigen Markierungen mit dem Senklot übertragen kann. Im folgenden muss sehr genau und konzentriert gearbeitet werden, da jetzt alle für die Konstruktion wichtigen Punkte angezeichnet werden. Sollte man etwas vergessen, muss man später alles noch mal von vorn aufbauen und ausrichten.

Von der Vorbereitungsphase haben wir leider keine Aufnahmen gemacht und es ist auch schwierig das ganze an Hand von Bildern und in Textform zu erklären. Einen guten Überblick gibt das Video vom YouTube-Kanal der Northmen:

YouTube: Medieval carpentry - building without nails. French Timber Framing & Scribing

Nachdem also alles angezeichet ist geht es an das Ausarbeiten der Zapfenlöcher. Beim Schneiden und Stemmen von Altholz hilft es übrigens die Flächen die man bearbeiten möchte vorher mit Wasser zu benetzen.

Die Brandspuren am Balken sind sehr wahrscheinlich beim Brand eines Hauses entstanden. Die Balken, die danach noch zu gebrauchen waren wurden in einer Scheune verbaut. Die Scheune wurde jetzt wiederrum umgebaut, so dass wir zu diesen Balken gekommen sind. Das heißt der Balken wird jetzt zum dritten Mal verbaut.

Im Bild ist gut zu erkennen, dass wir die Zapfenlöcher zuerst mit einem großen Zimmermannsschlangenbohrer ausgebohrt und dann nachbearbeitet haben. Bei der Härte von Altholz erspart dieses Vorgehen viel Schweiß.

Das nächste Bild zeigt mich beim Einpassen der unteren Zapfen.

Im folgenden Bild sieht man zusätzlich den eingepassten Riegel.

Wie weiter oben schon erwähnt gilt es beim nachträglichen Einbau oder dem Ersetzten von Fachwerkteilen oder Wänden Möglichkeiten zu finden, wie man die Teile am Ende dann in das bestehende Gefüge eingebaut bekommt. In unserem Fall war es also nicht möglich die oberen Zapfen als normale Zapfen anzufertigen, sondern wir haben falsche Zapfen hergestellt. Dafür wird am Ständer an der Stelle des Zapfens ein Schlitz ausgearbeitet, der später den falschen Zapfen aufnimmt. Wichtig ist, dass dieser Schlitz tiefer sein muss, als der Zapfen lang ist. Am Ende wird der falsche Zapfen mit Keilen gesichert.

Im eingebauten Zustand sieht das ganze dann ohne die Keile so aus:

Und mit Keilen so:

Als nächstes gibt es dann einen kurzen Bericht darüber, wie bestehende Ausfachungen erhalten kann, wenn man einen Ständer tauscht.

Bis dahin, eurer
Henne